Erfahrungsbericht eines 11jährigen
aus dem Militärwaisenhaus Potsdam im Jahre 1890


Hermann Baar, seit 10. April 1890 in der 1. Kompanie, Kleider-Nr. 47

Die Glorie des Grossen Potsdamer Militärwaisenhauses in den Jahren 1890 bis 1896, beleuchtet mal nicht von aussen , sondern von einem ehemaligen Zögling.


Mein Grossvater, geboren 1879, hat regelmässig Tagebuch geschrieben. Im Jahre 1956 hat er sich entschieden, diese Erinnerungen für seine Nachkommen zusammenzufassen. Wir, die Enkel wiederum, haben uns entschlossen, einen Teil der Erinnerungen der Öffentlichkeit vorzustellen.

Mein Ur-Grossvater starb bereits jung an den Folgen eines Kriegsleidens, nachdem er für Vaterland und Kaiser in den Krieg gezogen war. Die Mutter war nicht in der Lage, die drei Kinder allein grosszuziehen und gab zunächst den ältesten - Hermann - im Alter von 11 Jahren und später auch den mittleren Bruder - Oskar - in die Obhut des Grossen Militärwaisenhauses in Potsdam.
Hier wartete nicht Preussens Gloria auf sie, nicht Liebe und Zuneigung, sondern Härte, mageres Essen und militärischer Drill. Zucht und Ordnung sollte sie zu kleinen Soldaten erziehen.

Zweimal im Jahr, im Sommer und zu Weihnachten durften die Kleinen zu Ihren Verwandten. Weihnachten aber auch nur, wenn die Verwandten das Geld dafür aufbrachten. Dem Kaiser war die Fahrkarte - selbst der 4. Eisenbahnklasse - zu teuer.

Doch lesen Sie hier selbst das Originaldokument (Format .pdf) in deutscher Kurrentschrift oder auch
die Übersetzung in moderneres Deutsch.


Im Jahr 2013 ist das 2012er Jahrbuch der Stadt Pleschen erschienen - "Rocznik Pleszewski 2012".
Die Herausgeber des Jahrbuchs waren interessiert an den Erinnerungen aus dieser Zeit.
So ist im Jahrbuch von Seite 214 bis 222 der Teil der Erinnerungen in polnischer Sprache nachlesbar, der sich mit der Zeit bis zum 11. Lebensjahr beschäftigt.
Als Ergänzung sind hier auch einige Bilder aus dem Leben meines Grossvaters zu finden.

Das komplette Jahrbuch ist im Internet veröffentlicht, hier findet man den Link dazu..

Da die wenigsten polnisch können, hier das Vorwort des Artikels über Hermann Baar in einer Übersetzung von Mirka S.
Vielen Dank für diese Arbeit.